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Pityriasis steatoides (fettige Schuppen)

Pityriasis steatoides ist der Fachbegriff für fettige Schuppen: gelblich, ölig und festhaftend auf seborrhoischer Kopfhaut. Erkennen, abgrenzen, richtig pflegen.

Pablo RamosAktualisiert am 8 Min.
Hand hält lange, nasse braune Haare beim Waschen über einem weißen WaschbeckenGegr. 1989 — Spanien

Kurz gesagt: Pityriasis steatoides ist der Fachbegriff für fettige Schuppen. Typisch sind gelbliche, ölige und festhaftende Schuppen auf einer seborrhoischen Kopfhaut, oft begleitet von Juckreiz und Haaren, die schnell nachfetten. Sie entstehen aus dem Zusammenspiel von überschüssigem Talg und einer Vermehrung des Hefepilzes Malassezia. In der Regel handelt es sich um ein dermokosmetisches Problem; bei Rötungen, Krusten oder Veränderungen außerhalb der Kopfhaut sollten Sie einen Dermatologen aufsuchen.

Wenn Ihre Schuppen nicht weiß und pudrig sind, sondern gelblich, regelrecht auf der Kopfhaut „festkleben“ und sich nur schwer lösen lassen, und wenn der Haaransatz schon am Tag nach der Haarwäsche fettig wirkt, handelt es sich wahrscheinlich um Pityriasis steatoides. In diesem Ratgeber erfahren Sie, was dahintersteckt, warum sie entsteht, wie Sie sie von trockenen Schuppen, seborrhoischer Dermatitis und Psoriasis unterscheiden und wie eine sinnvolle trichologische Pflegeroutine aussieht.

Hand hält lange, nasse braune Haare beim Waschen über einem weißen Waschbecken

Was ist Pityriasis steatoides?

„Pityriasis“ bezeichnet eine feine Abschuppung der Haut, „steatoides“ verweist auf Fett. Zusammen beschreibt der Begriff eine Abschuppung in einem talgreichen Milieu. Die Haut erneuert sich fortlaufend und stößt abgestorbene Zellen normalerweise unsichtbar ab. Beschleunigt sich diese Erneuerung und produzieren die Talgdrüsen gleichzeitig mehr Talg als nötig, lösen sich die Zellen nicht mehr einzeln, sondern verklumpen mit dem Talg zu größeren Schuppen, die gelblich sind, sich fettig anfühlen und fest an Kopfhaut und Haaransatz haften.

Das typische Bild umfasst Haare, die rasch schwer und strähnig werden, einen glänzenden Ansatz, unterschiedlich starken Juckreiz und gelegentlich einen unangenehmen Geruch gegen Abend. Mit mangelnder Hygiene hat das nichts zu tun, und ansteckend ist es auch nicht. Wenn Sie die biologischen Grundlagen der Abschuppung verstehen möchten, beginnen Sie mit dem Kapitel über Schuppen und Abschuppungsprozesse aus unserem Leitfaden für Einsteiger.

Warum fettige Schuppen entstehen: Talg und Malassezia

Malassezia ist ein Hefepilz, der zum normalen Mikrobiom der Kopfhaut gehört. Er ernährt sich von den Lipiden des Talgs und findet bei reichlich Talg ideale Bedingungen, um sich zu vermehren. Dabei spaltet er Triglyceride und setzt Fettsäuren frei, die – bei manchen Menschen stärker als bei anderen – die Haut reizen und die Zellerneuerung beschleunigen. So entsteht ein Kreislauf: mehr Talg, mehr Malassezia, mehr Reizung, mehr Schuppen, die ihrerseits den Talg auf der Haut festhalten.

Die individuelle Veranlagung spielt eine große Rolle: Zwei Personen mit derselben Talgmenge können völlig unterschiedlich reagieren. Verstärkt wird das Bild häufig durch hormonelle Schwankungen, Stress, Hitze und Feuchtigkeit, okklusive Produkte auf der Kopfhaut sowie zu lange Abstände zwischen den Haarwäschen. Warum eine Kopfhaut überhaupt zu viel Talg produziert, erklärt unser Artikel über die Ursachen von Seborrhö und fettiger Kopfhaut.

Pityriasis steatoides oder Pityriasis simplex: die Unterschiede

Pityriasis simplex ist die trockene Form der Schuppen. Sie von der fettigen Form zu unterscheiden, ist der erste Schritt, denn beide verlangen eine nahezu gegensätzliche Pflege:

  • Pityriasis simplex (trockene Schuppen): kleine, weiße, pudrige Schuppen, die beim Kämmen oder Kratzen sofort auf die Schultern rieseln; spannende Kopfhaut, stumpfe oder elektrisch aufgeladene Haare; verschlimmert sich bei Kälte und Heizungsluft.
  • Pityriasis steatoides (fettige Schuppen): größere, gelbliche, ölige Schuppen, die an Kopfhaut und Haarwurzel haften; Haare, die innerhalb eines Tages nach der Wäsche nachfetten; Juckreiz und mitunter unangenehmer Geruch; verschlimmert sich bei Hitze, Feuchtigkeit und Stress.

Nicht selten liegt ein Mischbild vor, mit fettigem Ansatz und trockenen Längen: Dann geht es nicht darum, die Schuppen „auszutrocknen“, sondern die Kopfhaut gründlich, aber schonend zu reinigen. Den vollständigen Vergleich finden Sie im Artikel trockene vs. fettige Schuppen.

Pityriasis steatoides, seborrhoische Dermatitis und Psoriasis: Wie unterscheidet man sie?

Hier ist Vorsicht geboten, denn Pityriasis steatoides grenzt an Hauterkrankungen, die eine ärztliche Diagnose erfordern.

Seborrhoische Dermatitis

Fettige Schuppen gelten häufig als mildeste Ausprägung im Spektrum der seborrhoischen Dermatitis (seborrhoisches Ekzem). Der Unterschied liegt in der Entzündung: Bei Pityriasis steatoides ist die Haut unter den Schuppen normal gefärbt oder allenfalls leicht rosig; bei der seborrhoischen Dermatitis zeigen sich rote, manchmal nässende Flecken mit dickeren gelblichen Schuppen. Ein weiterer Hinweis ist die Lokalisation: Die seborrhoische Dermatitis betrifft oft auch Augenbrauen, Nasenflügel, Ohren oder den Brustbereich. Wenn Sie solche Anzeichen bemerken, sollte ein Arzt das Hautbild beurteilen.

Psoriasis der Kopfhaut

Die Psoriasis (Schuppenflechte) bildet scharf begrenzte, erhabene und dicke Plaques, die von trockenen, silbrig-weißen, nicht fettigen Schuppen bedeckt sind. Sie reicht häufig über den Haaransatz hinaus auf Stirn, Nacken oder hinter die Ohren und kann mit Plaques an Ellbogen und Knien oder mit Nagelveränderungen einhergehen. Auch hier ist die Diagnose ausschließlich Sache des Arztes. Einen Überblick über die verschiedenen Schuppenarten gibt unser Ratgeber zur schuppigen Kopfhaut.

Gewohnheiten, die fettige Schuppen verschlimmern

  • Seltener waschen, „um die Talgproduktion nicht anzuregen“. Ein Irrglaube: Talg und Schuppen bleiben länger auf der Kopfhaut und bieten Malassezia Nahrung.
  • Sehr aggressive Shampoos. Sie entfetten zwar gründlich, reizen aber die Hautbarriere und können Juckreiz und Abschuppung verstärken.
  • Conditioner, Masken und Öle auf der Kopfhaut. Diese gehören in die Längen: Auf seborrhoischer Kopfhaut fügen sie zusätzliche Lipide hinzu und wirken okklusiv.
  • Sehr heißes Wasser und der Föhn zu nah am Kopf. Beides reizt die Kopfhaut und begünstigt Juckreiz und Empfindlichkeit.
  • Kratzen. Es hebt die Schuppen an, entzündet die Haut und verstärkt den Juckreiz.
  • Lange getragene Mützen und Helme auf verschwitzter Kopfhaut: Wärme und Feuchtigkeit fördern den Hefepilz.

Die dermokosmetische Routine für seborrhoische Kopfhaut

Der trichologische Ansatz zielt nicht darauf ab, die Kopfhaut mit Gewalt zu entfetten, sondern Zellerneuerung, Hydrolipidfilm und Mikrobiom wieder ins Gleichgewicht zu bringen. In der Praxis sind das drei Schritte:

  1. Vorbereiten. Tragen Sie ein- bis zweimal pro Woche vor dem Shampoo eine Pre-Wash-Behandlung auf die Kopfhaut auf, die festhaftende Schuppen aufweicht und Talgrückstände löst.
  2. Regelmäßig und schonend reinigen. Verwenden Sie ein Anti-Schuppen-Shampoo für fettige Kopfhaut mit talgregulierenden und klärenden Inhaltsstoffen, massieren Sie es mit den Fingerkuppen ein und spülen Sie es mit lauwarmem Wasser aus. Sinnvoll ist in der Regel eine Wäsche alle ein bis zwei Tage: Entscheidend ist die Milde der Formel, nicht die Seltenheit der Wäsche. Produkte für die Längen sollten nicht an die Kopfhaut gelangen.
  3. Zwischen den Wäschen pflegen. Eine talgausgleichende Leave-in-Lotion, nach dem Shampoo auf die Kopfhaut aufgetragen, kann dazu beitragen, dass sich die Kopfhaut angenehmer anfühlt, weniger fettig wirkt und weniger juckt.

Beurteilen Sie die Ergebnisse mit Geduld und Konsequenz. Wenn Sie die Routine aufgeben, sobald die Schuppen nachlassen, kehrt das Bild meist zurück, denn die Veranlagung der Kopfhaut ändert sich nicht.

Wann Sie zum Dermatologen gehen sollten

Gelbliche, ölige Schuppen auf einer normal gefärbten Kopfhaut sind in der Regel ein dermokosmetisches Problem. Einige Anzeichen sollten jedoch ärztlich abgeklärt werden: rote, entzündete oder nässende Flecken; dicke Krusten oder Veränderungen an Gesicht, Augenbrauen, Ohren oder Brust; silbrige, scharf begrenzte Plaques; starker Juckreiz, der den Schlaf stört; deutlicher Haarausfall; keine Besserung nach einigen Wochen korrekter Routine. Der Dermatologe kann Pityriasis steatoides von seborrhoischer Dermatitis, Psoriasis oder einer Pilzinfektion unterscheiden und bei Bedarf eine medikamentöse Behandlung verordnen.

Wenn Sie unsicher sind, um welche Art von Schuppen es sich handelt, kann in unserer Online-Haarklinik ein Trichologe einige Fotos und einen kurzen Fragebogen unverbindlich auswerten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Pityriasis steatoides?

Pityriasis steatoides ist der Fachbegriff für fettige Schuppen: gelbliche, ölige und festhaftende Schuppen, die entstehen, wenn eine beschleunigte Zellerneuerung mit überschüssigem Talg und einer Vermehrung des Hefepilzes Malassezia zusammentrifft.


Ist Pityriasis steatoides dasselbe wie seborrhoische Dermatitis?

Beide werden demselben Spektrum zugeordnet, sind aber nicht identisch. Bei fettigen Schuppen sieht die Haut unter den Schuppen normal aus; bei der seborrhoischen Dermatitis treten Rötung, Entzündung und oft auch Veränderungen an Gesicht oder Brust auf, die ärztlich beurteilt werden müssen.


Soll ich bei fettigen Schuppen die Haare öfter oder seltener waschen?

Regelmäßig: in der Regel alle ein bis zwei Tage, mit einem milden Shampoo für fettige Kopfhaut und lauwarmem Wasser. Zu lange Abstände zwischen den Wäschen lassen Talg und Schuppen auf der Kopfhaut zurück und verschlimmern das Bild eher.


Heilen Dermokosmetika Pityriasis steatoides?

Nein. Sie können dazu beitragen, das Erscheinungsbild der Schuppen zu mindern und die seborrhoische Kopfhaut angenehm zu halten, behandeln aber weder seborrhoische Dermatitis noch Psoriasis oder andere Erkrankungen. Rötungen, Krusten oder anhaltender Juckreiz sollten von einem Dermatologen abgeklärt werden.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung. Die Produkte von SIMONE TRICHOLOGY sind Dermokosmetika und nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder ihnen vorzubeugen.

Verfasst und geprüft von

Pablo Ramos

Gründer und CEO von TRICHOMEDIC LABS, S.L.U. und leitender Trichologe hinter SIMONE TRICHOLOGY, mit über 37 Jahren Berufserfahrung in der Haar- und Kopfhautgesundheit. Ausgebildet an der International Academy of Trichology und der Società Italiana di Tricologia.

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